Unser Tipp der Woche

Alfred Bodenheimer: Kains Opfer – Kriminalroman. Nagel & Kimche Verlag. 26.90 CHF.

bodenheimerAls ein Mitglied seiner Gemeinde ermordet wird, ist Rabbi Klein bestürzt. Dann bittet ihn Kommissarin Bänziger von der Stadtpolizei Zürich um Übersetzung einiger hebräischer E-Mails des Toten. Da ahnt sie noch nicht, dass es mit Rabbi Klein nicht ganz einfach wird. Denn der macht sich Sorgen um seine Juden in der Gemeinde, und als er die Rede zur Trauerfeier vorbereitet und über den Brudermord Kains und die Prüfung Hiobs nachdenkt, beginnt er zu ahnen, dass er wichtigen Hinweisen zum Verbrechen auf der Spur ist. Heimlich beginnt der sympathisch unperfekte Rabbi zu ermitteln – ein unbeirrter Wahrheitssucher, dessen Mut den Leser unweigerlich mitfiebern lässt.

Matthias Zschokke: Die strengen Frauen von Rosa Salva. Wallstein Verlag. 32.80 CHF.

matthiasSolch ein Buch über Venedig ist noch nicht geschrieben worden! Es überwältigt, weil es die Überwältigung durch diese Stadt mit Leidenschaft, Beobachtungsgenauigkeit und hinreißender Lakonie erfahrbar macht. Auf der einen Seite sieht der Autor selbst alles wie zum ersten Mal, andererseits gehört er zu den residenti, den Einheimischen, die im Vaporetto nicht Touristenpreise zahlen und ihren Macchiatone an der Bar im Stehen trinken. Ab Frühsommer 2012 lebt Matthias Zschokke für ein halbes Jahr in Venedig; vielleicht sollte man besser sagen: er lebt diese Stadt und notiert, was er sieht, riecht, schmeckt, hört und erfährt: nicht in ein stilles Tagebuch, sondern in Mails an Freunde, Verwandte, Kollegen. Zschokkes ansteckende Neugier bewahrt ihn vor allem Idyllischen, sie richtet sich auf die ganze Welt, will alles erfahren, was man wissen kann. Ein schillerndes Kaleidoskop entsteht so, handelnd vom großen Ganzen und den kleinsten Marotten, vom Theaterdonner und vom Literaturbetrieb und von den wirklichen Dingen.

Judith Hermann: Aller Liebe Anfang. S. Fischer Verlag. 29.90 CHF.

anfangJudith Hermann hat einen Roman geschrieben über die Zumutungen der Liebe und die Schutzlosigkeit im Leben. Stella und Jason sind verheiratet, sie haben eine Tochter, Ava, sie leben in einem Haus am Rand der Stadt. Ein schönes, einfaches Haus, ein kleiner Garten, ein alltägliches ruhiges Leben, meist ohne Jason, der viel arbeitet. Aber eines Tages steht ein Mann vor der Tür dieses Hauses, ein Fremder, jemand, den Stella nie zuvor gesehen hat. Er sagt, er wolle sich einfach einmal mit ihr unterhalten, mehr sagt er nicht. Stella lehnt das ab. Der Fremde geht und kommt am nächsten Tag wieder, er kommt auch am Tag darauf wieder, er wird sie nicht mehr in Ruhe lassen. Was hier beginnt, ist ein Albtraum, der langsam, aber unbeirrbar eskaliert. In einer klaren, schonungslosen Sprache und irritierend schönen Bildern erzählt Judith Hermann vom Rätsel des Anfangs und Fortgangs der Liebe, vom Einsturz eines sicher geglaubten Lebens.

Paola Cereda: Agata verzaubert eine Insel. Graf Verlag. 27.90 CHF.

agataAgatas Kochkunst ist legendär, und mit ihrer köstlichen Salsa verzaubert sie alle. Auch den Zigeuner Dumitru, der ihr zeigt, dass das Leben voller Licht und Energie ist, wenn man es nur zulässt. Agata weiß nichts von der Liebe und von der Schönheit. Sie ist die Tochter des wortkargen Schmieds der Insel, deren Namen in Vergessenheit geraten ist. Jeden Mittag muss sie dem Vater ein Zwiebelomelett und ein Glas Rotwein bringen. Außerdem hilft sie der Padrona des örtlichen Cafés – auch, als diese zu Hause bleibt, um ihren Sohn zu gebären. An jenem Abend erfindet Agata eine Sauce, die schmeckt “wie die Insel mit ihren schroffen Felsen und sonnigen Stränden”. Eine Salsa, die glücklich macht. Um das Ende der Schwarzhemden zu feiern, wird der berühmte Zirkus Vallone auf die Insel eingeladen, und Agata soll zu diesem Anlass ihre berühmte Salsa kochen. Tatsächlich bezaubert sie alle – die Inselbewohner, die Matrosen der umliegenden Inseln und Dumitru, den Dressurreiter aus dem fernen Rumänien. Vielleicht ist das Dasein gar nicht nur Qual, wie ihre sauertöpfische Tante Teresa behauptet? Als Dumitru und der Zirkus wieder abreisen, merkt Agata, dass sich ihr Leben verändert hat.

Ronald Gohl: 1001 Ausflugsziele – Familienspass im Freizeitland Schewiz. Weltbild Verlag. 38.90 CHF.

ausflugsziele“Die Erstedition von “1001 Ausflugsziele” war ein grosser Erfolg und hat sich über 30’000 mal in der Schweiz verkauft. Nun liegt die aktualisierte und erweiterte Neuausgabe 2014/15 vor. Es ist ein Ausflugsführer der neuen Generation, der Buch und Internet mit den jeweiligen Vorzügen bestens verbindet. Das neue Standardwerk ermöglicht Ihnen sowohl das gemütliche Blättern zu Hause mit der gesamten Familie als auch den schnellen Zugriff per Internet auf detaillierte Informationen bzw. aktuelle Angebote. So können Sie optimal das für Sie und Ihre Familie passende Ausflugsziel aussuchen und auch kurzfristig eventuellen Änderungen anpassen.” Empfehlung von Adolf Ogi April 2014

Goscinny & Sempé: Der kleine Nick macht Ferien. Diogenes Verlag. 25.90 CHF.

nickWas ist die Definition eines gelungenen Urlaubs? Für Nicks Papa beginnt er mit der Wahl des Reiseziels, doch unter den Ratschlägen von Nicks Mama wird daraus genau das Gegenteil seiner ursprünglichen Idee. Darum sind die Ferien für Nick diesmal anders, denn Nick soll (darf!) ohne Eltern in ein Ferienlager?… Und da kann man noch viel mehr Menschen in den Wahnsinn treiben als nur die eigenen Eltern. Sämtliche Feriengeschichten in einem Band mit Ferientagebuch. Ab 8 Jahren und für die ganze Familie.Übrigens: Demnächst im Kino

Ross Dobson: Grill it! – Das Outdoor-Kochbuch für Männer. Hölker Verlag. 28.90 CHF.

grill-itEndlich ist es da: das neue Grillbuch für Männer. Mit über 90 farbenfrohen, würzigen und abwechslungsreichen Gerichten macht Ross Dobson nicht nur Fleischfans Lust auf sommerliche Grillfeste. Erfrischend, lecker und vielfältig für alle, die gerne gutes Essen genießen.

DurchmesserLinie – Das Wunder von Zürich. AS Verlag. 88.00 CHF.

durchmesserBeim Hauptbahnhof Zürich, im “Herzen” des Schweizer Bahnnetzes, wird die Durchmesserlinie gebaut. Hinter dem technischen Namen versteckt sich das grösste Ausbauvorhaben der SBB seit dem Abschluss der Bahn 2000. Die Durchmesserlinie steht etwas im Schatten der Neat. Ihre Auswirkungen werden aber für alle Bahnreisenden spürbar sein. Nach dem S-Bahnhof Museumstrasse entsteht mit dem Bahnhof Löwenstrasse ein zweiter Durchgangsbahnhof im Untergrund des HB Zürich. Hier werden ab 2015 auch Fernverkehrszüge ohne zu wenden auf der Ost-West-Achse verkehren können. Das ist mit Verkürzungen der Reisezeit verbunden. Die Durchmesserlinie ist zudem für den geplanten weiteren Ausbau der Zürcher S-Bahn von entscheidender Bedeutung.Gleichzeitig ist die Durchmesserlinie auch aus bautechnischer und architektonischer Sicht äusserst spannend. Jeder der vier Abschnitte, in die das Werk unterteilt ist, bietet eigene Schwierigkeiten, die sehr anforderungsreiche Lösungen nötig machen. Seien es die hohen Stützmauern in Oerlikon, die Unterquerung von Limmat und Sihl oder der Bau der zwei Brücken im Westen: Die Durchmesserlinie ist nicht nur eine neue Bahnstrecke, sondern auch eine technische Meisterleistung. Sie hat zudem in punkto Um­weltschutz und Sicherheit hohen Standards zu genügen.Schliesslich ist die Durchmesserlinie auch ein “städtisches” Bauwerk. Sie beeinflusst, wie die Eisenbahn das immer wieder tut, das Stadtbild und die Stadtentwicklung. Die neuen “Publikumsanlagen” erleichtern den Zugang zu den zwei Bahnhöfen Zürich HB und Oerlikon. Gleichzeitig werten sie die umliegenden städtischen Räume auf. Das Buch stellt diese Aspekte dar, erklärt und illustriert sie. Ausserdem arbeitet es die spannende Entstehungsgeschichte auf, die weiter zurückreicht, als man denkt: Erste Projekte für eine wendefreie Linie nach Oerlikon gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts. Das Werk ist in einer auch für Laien verständlichen Sprache abgefasst.

Dagmar Dominczyk: Wir träumten jeden Sommer. Insel Verlag. 28.50 CHF.

dagmarRoggenbrot, brennendes Heu, frische Wäsche und Würstchen – so riecht Heimat für die New Yorkerin Anna Baran. Polen, das Land ihrer Kindheit. Damals hat sie mit der frühreifen, forschen Justyna und der nachdenklichen, sanften Kamila herrliche Nachmittage am See verbracht, Klamotten und Jungsgeschichten, Träume und Sehnsüchte bei einer Tüte Pommes geteilt, während aus dem Kassettenspieler »Forever Young« dröhnte. Die Welt war eine einzige große Verheißung. Doch jetzt, mit Anfang dreißig, sind ihre Träume geplatzt, Annas Leben und Liebe aus dem Ruder gelaufen, Kamilas Ehe mit ihrem Seelenfreund zerbrochen – und als dann Justynas Mann ermordet wird, ist den Freundinnen klar: Wir kommen da durch, durchs Leben – aber nur, wenn wir zusammenhalten. Dagmara Dominczyks Debüt ist ein lebenspraller Sommertag, durchzogen vom Duft nach frischem Gras, ein großes Leuchten auf einem kühlen See. Sie erzählt berührend von drei starken Frauen, die gemeinsam der Unbill des Lebens trotzen und die auch kein Ozean auseinanderzubringen vermag.

Christa Brand und Kathrin Hofmeister: Pfingstrosen – Rosenpracht ohne Dornen. DVA Verlag. 37.50 CHF.

pfingstrosenPfingstrosen mit allen Sinnen genießen: Das Buch ist der faszinierenden Farbenwelt und der Formenvielfalt einer der Lieblingsblumen aller Gärtnerinnen und Gärtner gewidmet. Mit beeindruckenden Bildern und unterhaltsamen Texten rund um die Pfingstrose gewinnt es durch ein konkretes Gartenbeispiel (Päoniengarten Müller, Höllberg) an Lebendigkeit. Auch erprobte Gestaltungsvorschläge für viele Gartensituationen kommen nicht zu kurz. Wichtige Praxistipps runden die Anregungen ab.