Unser Tipp der Woche

Kathryn Erskine: Schwarzweiss hat viele Farben. Knesebeck Verlag. 23.90 CHF.

caitlinDAS LEBEN IST BUNT UND CHAOTISCH UND WUNDERSCHÖN Die zehnjährige Caitlin erlebt die Welt in einfachen Gegensätzen wie Schwarz und Weiß. Gefühle zu zeigen und Gesichtsausdrücke zu deuten, fällt ihr schwer, da sie an einer Krankheit, dem Asperger-Syndrom, leidet. Ihr Bruder Devon, der ihr geholfen hat, sich zurechtzufinden, ist bei einem Anschlag ums Leben gekommen. Caitlin beschließt, eine Lösung für ihre Trauer zu finden und das Geschehene zu verarbeiten. Das gelingt ihr besser als allen anderen Angehörigen, und sie lernt, wozu sie trotz ihres Andersseins fähig ist. Sie erlebt Mitgefühl und begreift, dass die Welt für uns alle die herrlichsten Farben bereithält.

Angelika Klüssendorf: April. Kiepenheuer & Witsch Verlag. 26.80 CHF.

april»Klüssendorfs Mädchen ist eine Heldin unserer Zeit« (Die Zeit) – und nun wird es erwachsen. Die Kindheit ist vorüber, aber erlöst ist das Mädchen deshalb noch lange nicht. Nach ihrem hochgelobten Roman »Das Mädchen« schreibt Angelika Klüssendorf die Geschichte ihrer jungen Heldin fort. Ihr Weg führt aus einer Jugend ohne Jugend in ein eigenes Leben – das den Umständen abgetrotzt werden muss. Am Anfang stehen ein Koffer mit ihren spärlichen Habseligkeiten und ein Zimmer zur Untermiete. Das Mädchen, das sich mittlerweile April nennt – nach dem Song von Deep Purple -, hat die Zeit im Heim hinter sich, die Ausbildung abgebrochen und eine Arbeit als Bürohilfskraft zugewiesen bekommen. Zwischen alten Freunden und neuen Bekannten versucht sie sich im Leipzig der späten 70er-Jahre zurechtzufinden, stößt dabei oft an ihre eigenen Grenzen und überschreitet lustvoll alle, die ihr gesetzt werden, am Ende mit ihrer Ausreise auch die zwischen den beiden Deutschlands. Aber jedem Ausbruch folgt ein Rückfall, jedem Glücksmoment eine Zerstörung, jedem Rausch die Ernüchterung. Und immer ist da die Frage nach den Kindheitsmustern, der Prägung durch die verantwortungslose Mutter und den alkoholkranken Vater. Angelika Klüssendorf ist ein weiteres Meisterwerk gelungen. Ohne Pathos, nüchtern und souverän erzählt sie von einem Weg aus der scheinbar ausweglosen Vergangenheit – mit psychologischem Feingefühl und klarem Blick für die gesellschaftlichen Zustände. Es entsteht ein Doppeltes: ein erschütternder Adoleszenzroman und ein nüchternes Porträt der sozialen Zustände im untergegangenen real existierenden Sozialismus – und im West-Berlin der frühen 80er-Jahre.

Birgit Vanderbeke: Der Sommer der Wildschweine. Piper Verlag. 26.90 CHF.

Milan und Leo machen Ferien. Zum ersten Mal seit ewig. Durch die Wirtschaftskrise sind sie mit einem blauen Auge gekommen, und allmählich haben sie sich wieder daran gewöhnt, »am Leben zu sein« – eine trügerische Gewohnheit, das wird ihnen im Languedoc bald klar. Die ersten Ferientage verbringen Milan und Leo mit ihren Jobs im Netz. Doch nach einem heftigen Sommergewitter gibt es keins mehr: Der Strom ist weg, das Wasser ist weg, die Straßen sind überflutet. Ein Nachbar versorgt sie mit dem Nötigsten und schickt sie zu einem alten Ehepaar, das ein bisschen Landwirtschaft betreibt und Angorakaninchen züchtet. Ihre Wolle, davon versteht Leo was, ist fantastisch. Man kann nur hoffen, dass die beiden Alten nicht auch von den Wildschweinen heimgesucht werden, die in diesem Sommer die Gegend verwüsten. Scharenweise kommen sie aus den Cevennen bis hinunter in die Dörfer und Gärten. In den Bergen wird nach Schiefergas gebohrt. Und die Tiere sind die ersten, für die das Konsequenzen hat. – Milan und Leo wird klar, dass die Krise, die sie im idyllischen Languedoc hinter sich lassen wollten, noch lange nicht zu Ende ist. Und es stellt sich die Frage, ob sie je in ihr altes Leben zurückkehren werden.

Trish Lorenz: 12 Farben – 12 Menüs. Kochen nach Farben. Prestel Verlag. 42.90 CHF.

Kochen ganz in Weiß, Schwarz, Beige, Hellgrün, Gelb, Hellrot, Dunkelgrün, Rot, Violett, Orange, Dunkelrot und Braun: Dieses beispiellose, raffiniert gestaltete und hochwertig produzierte Kochbuch präsentiert zwölf innovative Menüs in jeweils einer Farbe. Das Buch zeigt nicht nur, dass das Kochen nach Farben tatsächlich funktioniert, sondern dass es auch sehr appetitlich ist! Die Menüs – bestehend aus je zwei Vorspeisen, einem Hauptgericht, einem Dessert und drei begleitenden Getränken in einer Farbe – sind ein Fest für Augen und Gaumen und garantieren einen unvergesslichen kulinarischen Abend mit den besten Freunden. Die insgesamt 84 sorgfältig zusammengestellten, delikaten Gerichte werden nur mit natürlichen Zutaten und ohne künstliche Farbstoffe zubereitet und reichen von selbstgemachten Safran-Zitronen-Ravioli über Melonensuppe bis hin zu Blaubeertörtchen. Frei inspiriert von einem Kunstprojekt Sophie Calles entstanden die Farb-Menüs der drei Berliner Kreativen und ihrer Kochgruppe als eine ebenso ungewöhnliche wie überzeugende Verbindung aus Koch- und Designbuch: ein Augenschmaus für abenteuerlustige Köche und ein kulinarischer Genuss für Kreative.

Ceri Thomas: Mein Gartenjahr. Stiftung Warentest. 21.90 CHF.

Jetzt starten und erfolgreich ernten! Vom Setzen der Zwiebeln für die ersten Frühlingsblüher bis zur Ernte der Wintergemüse begleitet “Mein Gartenjahr” den Freizeitgärtner durch die Jahreszeiten. Zwölf Kapitel geben gut verständliche Anleitungen für die wichtigsten Tätigkeiten im Garten, damit sich alle Pflanzen optimal entwickeln. Säen, Setzen, Zurückschneiden, Ernten – es gibt jeden Monat etwas zu tun.

Margriet de Moor: Mélodie d’amour. 29.90 CHF.

In einem Roman aus vier miteinander verknüpften Geschichten erzählt Margriet de Moor von den Spielarten der Liebe: ein alter Mann, der seine Frau über den Tod hinaus liebt, obwohl er sie betrogen und verraten hat; die wahnsinnige Liebe einer Stalkerin; ein junges Mädchen, das seinen Bruder abgöttisch liebt und in der Folge zwei Tote auf dem Gewissen hat; eine Frau, die seelenruhig zusieht, wie ihr Mann sie betrügt. Liebe als Schicksal, Liebe als Obsession, die lebensrettende und die zerstörende Liebe – Margriet de Moor zeigt, wozu die Liebe fähig ist und was sie aus scheinbar besonnenen, vernünftigen Menschen machen kann.

Thomas D.Seeley: Bienendemokratie. 32.90 CHF.

Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können. 

»Ein wunderbares Buch über den besten Freund des Menschen unter den Insekten…« Edward O. Wilson Die Bienenkönigin ist keine absolute Herrscherin. Im Gegenteil: Bienen entscheiden alle gemeinsam als Schwarm, sie erforschen kollektiv einen Sachverhalt und debattieren lebhaft, um letztlich einen Konsens zu finden. Der bekannte Verhaltensforscher Thomas D. Seeley untersucht seit Jahrzehnten in akribischer Kleinarbeit das Leben der Bienen. In seinem spannend geschriebenen Buch zeigt er anschaulich, was wir von diesen wunderbaren Insekten lernen können und dass die Entscheidung mehrerer klüger als die Einzelner sein kann. Ein reich bebildertes, ebenso faszinierendes wie anregendes Buch. »Seeleys Enthusiasmus und Bewunderung für Bienen sind ansteckend, seine Forschungen meisterhaft.« New York Times »Brillant.« Nature »Fesselnd und bezaubernd.« Science »Das hinreißendste Wissenschaftsbuch des Jahres.« Financial Times

Reisen. Traumziele für das ganze Jahr. Dorling Kindersley Verlag, 52.90 CHF

REISEN ist ein außergewöhnlicher Urlaubsplaner, der Reisende nicht nur zu den beeindruckendsten Orten dieser Welt führt, sondern gleichzeitig den besten Reisemonat für das gewünschte Ziel vorschlägt. Egal ob man Kultur- oder Strandurlaub, Familien- oder Aktivurlaub plant – die übersichtliche Einteilung in Monate ermöglicht es dem Leser einfacher als je zuvor, seinen Traumurlaub zu finden. Jedes der 12 Kapitel beginnt mit einer Übersichtsseite, die 30 verschiedene Reiseziele für den jeweiligen Monat präsentiert. Im Anschluss werden die schönsten Destinationen ausführlich beschrieben. Insgesamt stellt das Buch über 130 Traumziele detailliert vor. Die prächtigen Fotos und informativen Texte werden durch praktische Hinweise ergänzt.

Jens Steiner gewinnt mit “Carambole” den Schweizer Buchpreis

Gestern Abend hat er im Rahmen des Literaturfestivals “Zürich liest” noch bei uns im Bücherparadies aus seinem neuen Buch “Carambole” gelesen – heute wurde ihm in Basel der Schweizer Buchpreis verliehen.Wir gratulieren Jens Steiner ganz herzlich zu seinem Erfolg!

Pierre Bayard: Wie man über Orte spricht, an denen man nicht gewesen ist. Verlag Antje Kunstmann 2013, 25.90 CHF

Wer auf Partys mit Geschichten von Reisen in exotische Länder auftrumpfen kann, hat schon gewonnen. Aber muss man dafür unbedingt dort gewesen sein? Keineswegs, meint Pierre Bayard, der uns schon mit seinem Bestseller »Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat« vergnüglich das Leben erleichterte. Wie fürs Plaudern über Ungelesenes gibt es auch für das entspannte Sprechen über nicht besuchte Orte berühmte Vorbilder: Karl May hat Winnetous Wilden Westen nie gesehen; Marco Polo, der angeblich jahrelang in China lebte, füllte sein Buch mit Fabelwesen. Selbst Jules Vernes Romanfigur Phileas Fogg trägt ein enzyklopädisches Wissen über die Welt zur Schau, die er in 80 Tagen wie im Blindflug umkreist hat. Auch Journalisten, Philosophen und Wissenschaftler schwadronierten munter über Erlebnisse aus zweiter Hand: Kant hob die Welt aus den Angeln, ohne KÖnigsberg zu verlassen; Margaret Mead stellte mit weitgehend fiktiven Berichten über das Sexualleben auf Samoa die Anthropologie auf den Kopf. Bayards hÖchst unterhaltsame Typologie des Nichtreisens singt das Lob des sesshaften Reisenden: prak­tische Lebenshilfe für alle, die lieber zu Hause bleiben und trotzdem mitreden wollen.