Seit einigen Jahren feiert Kunst im öffentlichen Raum grossen Erfolg. Dies gilt auch für Zürich, wo neuartige Werke entstehen und Fachleute über aktuelle Formen öffentlicher Kunst diskutieren. Vor diesem Hintergrund gewinnen die jahrhundertealten Reliefbilder und Brunnenfiguren, die Bauplastiken der Gründerzeit und die Skulpturen und Installationen der Gegenwart an Interesse. Nachdem ein Inventar bislang ausgeblieben ist, werden nun erstmals über 1300 Werke in einem handlichen Kunstführer zusammengefasst. Ein ausführlicher Kommentar begleitet die Bestandesaufnahme.
Künste
Bernadette Fülscher: Die Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Zürich. 1300 Werke – Eine Bestandesaufnahme. Chronos Verlag 2012. Kartoniert. 44.00 CHF
Kobbert, Max J.: Das Buch der Farben. Primus Verlag. 2011. Gebunden. CHF 53.90
Was sind eigentlich Farben und was sind Pigmente? Wie entstehen sie und was passiert, wenn man Farben mischt? Wir alle sehen Farben – jedenfalls wenn wir keine medizinisch bedingte Farbschwäche haben. Doch wie kommt es, dass unser Auge Farben wahrnehmen kann? Und wie wirken Farben auf unsere Stimmungen und Gefühle? Und ist es sogar möglich, durch Farben unsere Stimmungslage zu beeinflussen? All diese Themenbereiche und noch viele mehr fügt der Wahrnehmungs- und Kunstpsychologe Max Kobbert in seinem interdisziplinärem Buch zu einem faszinierendenund reich illustrierten Kompendium zusammen, bei dem zum Schluss keine »Farbfrage« offen bleibt.
Muhr, Magnus: Das geheime Leben der Fliegen. Dumont-Verlag. Gebunden. 2011. CHF 14.90
Das Leben der gemeinen Stubenfliege diente Generationen von Wissenschaftlern als Forschungsobjekt. Doch jetzt hat der Fotograf Magnus Muhr der Fliegenforschung einen überraschenden Durchbruch beschert: Mit viel Geduld und Spucke sind ihm spektakuläre Aufnahmen unserer geflügelten Mitesser gelungen. Seine Bilder öffnen das Fenster zu einer Parallelwelt, die der unseren überraschend ähnlich ist. Magnus Muhrs Fliegen begeistern ein weltweites Publikum; nun lassen sich die Fotografien erstmals vollständig bestaunen. Diese hinreißenden Bilder werden Ihnen noch lange im Kopf herumschwirren.
Weiwei, Ai: Macht euch keine Illusionen über mich. Galiani-Verlag. 2011. Kartoniert. CHF 28.90
Der Revolution beim Wachsen zusehen. Ai Weiweis verbotener Blog erstmals auf Deutsch: einer der spannendsten Texte über das moderne China – und das ergreifende Dokument wachsender Wut und wachsenden Widerstands. Nicht erst seit seiner Verhaftung wurde Ai Weiwei zur Ikone des Kampfes für Meinungsfreiheit, Menschenwürde und das Recht des Einzelnen auf individuelle Selbstentfaltung. Fast vier Jahre lang dokumentierte er im Internet, was er in seiner Heimat erlebte und was er sich dazu dachte – ein Glücksfall allein schon dies, liest man doch endlich einmal nicht die Analyse eines westlichen Experten, sondern den Bericht eines Chinesen, der sein Land liebt, viele Entwicklungen aber mit immer größerer Skepsis beobachtet: SARS, Milchpulverskandal, Olympische Spiele, Korruption, Organhandel, der Umgang mit dem Gedenken an das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens – zuviel stößt ihm auf. Nach einem großen Erdbeben, bei dem 20.000 Menschen zum Teil deshalb starben, weil aus minderwertigem Material gebaute öffentliche Gebäude zusammenfielen wie Kartenhäuser, beginnt er – öffentlich und mit der Kamera in der Hand – nach den Verantwortlichen zu fragen. Und die Bevölkerung dazu aufzurufen, sich zu organisieren. Zweimal wird er bei seinen Recherchen zusammengeschlagen. Sein Blog gewinnt an Wut – 2009 schreiten die Behörden ein, die Seite wird gesperrt, alle Einträge werden gelöscht. Eine in Vorbereitung befindliche chinesische Buchausgabe wird zurückgezogen. Ai Weiwei twittert weiter, mit je 120 chinesischen Zeichen pro Nachricht. 2011 verhaftet man ihn unter fadenscheinigen Gründen. Ein amerikanischer Verlag erarbeitete mit Ai Weiwei eine Buchausgabe, jetzt gibt es sie erstmals auf Deutsch. Der Kampf um Ai Weiweis Blog steht beispielhaft für den Kampf ums Internet in China. In seinen Texten sieht man einer Revolution beim Wachsen zu. Sie sind spannende persönliche Zeugnisse und haben das Zeug zum Klassiker der engagierten Literatur.
Zur Ausstellung im Kunsthaus Zürich bis 18.September 2011
Gertsch, Franz: Jahreszeiten. Kerber Christoph Verlag. 2011. Gebunden CHF 48.90.
Franz Gertschs jüngster, erst 2011 vollendeter monumentaler “Vier-Jahreszeiten”-Zyklus steht im Zentrum dieses Kataloges, der zugleich auch einen Rückblick auf dessen reiches malerisches und grafisches Werk der letzten dreissig Jahre bietet. Franz Gertsch zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Seine stets um das Thema “Realität” kreisende hyperrealistische Malerei sowie sein in Technik und Formaten einzigartiges Holzschnittwerk sind dabei sowohl bildnerische, wie auch konzeptionelle Herausforderung. Ausgehend von Fotos, folgen seine Bilder einer eigenen, inneren Logik, die Reinheit des Materials ist Programm.
