Im Gespräch

Florescu, Catalin Dorian: Jacob beschliesst zu lieben. Beck-Verlag. Gebunden. 2011. CHF 30.50

Der Gewinner des Schweizer Buchpreises 2011!

Soeben durften wir noch einen Event mit Catalin Dorian Florescu gestalten und nun ist er bereits Preisträger. Wir mögen ihm den Erfolg von Herzen gönnen und gratulieren zu diesem wunderbaren Buch und dem wohlverdienten Erfolg!

Die nominierten Autoren für den Schweizer Buchpreis 2011:

Die Nominierten für den Schweizer Buchpreis 2011 sind nun bekannt:

Monica Cantieni (‚Grünschnabel‘, Schöffling & Co.), Catalin Dorian Florescu (‚Jacob beschliesst zu lieben‘, Verlag C.H. Beck), Felix Philipp Ingold (‚Alias oder Das wahre Leben‘, Matthes & Seitz Berlin), Charles Lewinsky (‚Gerron‘, Verlag Nagel & Kimche‘) und Peter Stamm (‚Seerücken‘, S. Fischer Verlag) sind von der Fachjury für den Schweizer Buchpreis 2011 nominiert worden. Die fünf Werke verfügen nach Überzeugung der Jury über eine bemerkenswerte individuelle Qualität und sind eindrückliche Beispiele der Vielfältigkeit der aktuellen Schweizer Literatur.

Krishan Krone, Schauspieler und Freund von Catalin Dorian Florescu interpretiert am 29.10.2011 um 21.00 dessen Werk ‘Jacob beschliesst zu lieben’ in unserer Buchhandlung. Der Abend verspricht überraschendes, unter anderem eine Videoeinführung des Autors. Wir freuen uns, wenn Sie an diesem Buchfestival-Wochenende  ‘Zürich liest’  uns im Bücherparadies besuchen.

Zur Ausstellung im Kunsthaus Zürich bis 18.September 2011

Gertsch, Franz: Jahreszeiten. Kerber Christoph Verlag. 2011. Gebunden CHF 48.90.

Franz Gertschs jüngster, erst 2011 vollendeter monumentaler “Vier-Jahreszeiten”-Zyklus steht im Zentrum dieses Kataloges, der zugleich auch einen Rückblick auf dessen reiches malerisches und grafisches Werk der letzten dreissig Jahre bietet. Franz Gertsch zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Seine stets um das Thema “Realität” kreisende hyperrealistische Malerei sowie sein in Technik und Formaten einzigartiges Holzschnittwerk sind dabei sowohl bildnerische, wie auch konzeptionelle Herausforderung. Ausgehend von Fotos, folgen seine Bilder einer eigenen, inneren Logik, die Reinheit des Materials ist Programm.

Loriot: Szenen einer Ehe in Wort und Bild. Diogenes. 1986. Gebunden. CHF 14.90

Szenen einer Ehe sind oft Eheszenen, besonders wenn das Frühstücksei nicht lange genug gekocht hat, der Fernseher kaputt ist oder über Politik gesprochen wird. Und wer meint, dann könne nur noch eine Eheberatung helfen, der wird von Loriot eines Besseren belehrt. Vielleicht kann man – wie Loriot – über die Ehe nur einen wahren Satz sagen: “Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen…”

Zur Ausstellung im Landesmuseum vom 20.04. – 18.09.2011. 50. Jubiläum des WWF.

Schwarzenbach, Alexis: WWF – Die Biografie. Collection Rolf Heyne. 2011. Kartoniert. CHF 43.50

1961 offiziell als Stiftung in der Schweiz eingetragen, ist der WWF fünf Jahrzehnte später nicht nur eine der bedeutendsten Umweltschutzorganisationen, seine Geschichte zeigt auch, wie zwiespältig das Geschäft mit dem und für den Umweltschutz sein kann. Denn der WWF wollte bei seiner Gründung vor allem eines: so viel Geld als möglich für den Umweltschutz sammeln und hatte, seinem selbst gewählten guten Zweck verpflichtet, auch keine Berührungsängste mit Wirtschaftsunternehmen.
Finanzielle Abhängigkeiten, persönliche Verwicklungen und internationale Lobbyarbeit lassen sich jedoch selten konfliktfrei vereinen. Dies thematisiert diese faktenreiche, spannende Biografie ebenso wie das Dilemma, dass einige Gründerväter passionierte Jäger waren oder eine von Prinz Bernhard finanzierte Geheimaktion zur Wildereibekämpfung auf dem schwarzen Kontinent, durch die der WWF in den Morast des untergehenden Apartheidregimes in Südafrika geriet.

Alexis Schwarzenbach erhielt im Rahmen der Erarbeitung seiner Ausstellung »WWF. Eine Biografie« für das Schweizerische Nationalmuseum ungehinderten Zugang zu den Archiven des WWF, sichtete bisher unpublizierte Materialien, allen voran von Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, und führte Interviews mit Personen, die die Organisation prägten. Neben dem Buckingham Palast führten ihn Archiv- und Interviewreisen auch ins Königliche Hausarchiv in Den Haag, wo der Nachlass des ersten WWF-Präsidenten Prinz Bernhard der Niederlande aufbewahrt ist, sowie nach Washington, wo der WWF-USA seinen Sitz hat, die mit Abstand grösste und mächtigste Länderorganisation. Nach über zwei Jahren Forschertätigkeit legt Alexis Schwarzenbach nun die erste quellengestützte Geschichte des WWF vor – heute einer der wichtigsten Global Player im Bereich der Umweltpolitik. Der WWF war bei seiner Gründung 1961 nichts weiter als die Idee einer handvoll britischer Naturliebhaber und Idealisten und hat eine beispiellose Entwicklung vollzogen. Alexis Schwarzenbachs unabhängige Darstellung des WWF füllt eine wichtige zeithistorische Lücke.

Zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist:

Hanser: Heinrich von Kleist. Sämtliche Werke und Briefe 1-3. 2010. Leinenausgabe. CHF 179.00

Heinrich von Kleist ist einer der größten deutschsprachigen Dramatiker, und als virtuoser Erzähler fängt er mit seiner unverwechselbaren Prosa, aus dem Geiste der Aufklärung, die Grundfragen der menschlichen Existenz ein. Darüber hinaus ist er Autor eines weitverzweigten publizistischen Werks und eines anrührenden Briefwerks. Die gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken wurde erstmals von der historisch-kritischen Brandenburger Ausgabe erschlossen. Auf ihr basiert die Münchner Ausgabe – textkritisch auf höchstem Standard, aktuell und kompakt kommentiert – zweihundert Jahre nach seinem Tod die neue zitierfähige Edition.

Zur Ausstellung im Landesmuseum, Zürich vom 27. Mai – 18. September 2011:

Meichtry, Wilfried: Mani Matter. Zytglogge Verlag. 2011. Kartoniert mit CD. CHF 36.00

Begleitpublikation zur Ausstellung im Landesmuseum Zürich Der Liedermacher Mani Matter ist in der Schweiz ein Klassiker und wird quer durch alle Generationen verehrt. Mit seinem Witz und Einfallsreichtum, seiner Beobachtungsgabe sowie seiner sprachlichen und formalen Meisterschaft gehört Mani Matter zu den grossen Schweizer Liedermachern des 20. Jahrhunderts. Seit Jahrzehnten ist das vom Berner hinterlassene Liedgut ein Bestseller und bis heute werden davon Rock- und Popversionen produziert. Längst sind seine Lieder Volkslieder geworden und werden an vielenSchulen gesungen. Eine Sonderausstellung im Landesmuseum Zürich (27. Mai – 18. September 2011), von Pascale Meyer und Wilfried Meichtry konzipiert und realisiert, und eine Begleitpublikation thematisieren Leben und Werk Mani Matters, der weit mehr war als ein gefälliger «Värslischmied». Wer sich näher mit seinem Denken und seinem Werk auseinandersetzt, entdeckt in seinen Chansons, Tagebüchern und Schriften einen scharfen Denker, spannenden Intellektuellen und verspielten Wortakrobaten.In vier Beiträgen nähern sich die Autoren dieses Bandes, Franz Hohler, Wilfried Meichtry, Martin Stingelin und Pascale Meyer, dem Leben und Werk Mani Matters an.Zahlreiche Fotografien und eine Auswahl von biografischen Dokumenten Mani Matters sowie eine Werkstatt-CD (u. a. mit einer Neuaufnahme von Wolf Biermanns Lied «Der Mani Matter aus Bern») runden das Bild ab.

Zur Ausstellung vom 13. Mai bis 4. September 2011 im Kunsthaus Zürich:

Kramer, Thomas: Das Schubladenmuseum 1970-1977 – Fünfhundert Kunstwerke der Moderne. Verlag Scheidegger & Spiess. 2011. Gebunden. CHF 59.00

Das Schubladenmuseum des Künstlers Herbert Distel ist ein legendäres Werk, das zwischen 1970 und 1977 entstanden ist: In einem alten Nähseidenspulen-Kasten von 186 cm Höhe sind 500 Arbeiten von 508 Künstlerinnen und Künstlern untergebracht (einige waren Teamarbeiten). Diese Werke im Miniformat wurden Distel von seinen Künstlerkollegen der 1960er- und 1970er-Jahre geschenkt, die meisten sind eigens für dieses Miniaturmuseum erschaffen worden. Auch prägende Vorläufer der damaligen internationalen Kunstszene wie Marcel Duchamp, Meret Oppenheim, Hannah Höch, Pablo Picasso, Joseph Beuys sind mit einem Werk vertreten. Nach seiner ersten Präsentation als work in progress an der documenta 5 (1972) machte das Schubladenmuseum international Furore. Es wurde mehrfach in New York gezeigt (u. a. 1999 im MoMA), reiste durch zahlreiche Museen der Welt und fand schliesslich im Kunsthaus Zürich sein Zuhause.
Nun ist das Schubladenmuseum restauriert worden, es wird neu ausgestellt und geht dann erneut auf Reisen – und endlich ist es auch wieder als Buch greifbar, nachdem der erste Katalog von 1978 längst vergriffen ist. Alle 500 Werke sind in Originalgrösse abgebildet, in Text und Bild wird die spannende Entstehungsgeschichte erzählt und die Wirkung dieses faszinierenden Solitärs thematisiert.

Begleitet die Accrochage im Kunsthaus Zürich, 13. Mai bis 4. September 2011

Aktuell: Urteilsverkündung vorauss. am 31.05.11. Das Buch dazu erscheint ca. Anfang Juni und kann jetzt schon im Bücherparadies bestellt werden:

Knellwolf, Thomas: Die Akte Kachelman. Anatomie eines Skandals. Orell Füssli Verlag. Klappenbroschur. CHF 19.90

Es sollte der «Prozess des Jahres 2010» sein und wurde zur «Hängepartie 2011»: der Fall Kachelmann. Am 19. Mai 2010 erhob die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann wegen des Verdachts auf Vergewaltigung. Bis zur Urteilsverkündung spielte sich ein beispielloses Stück Strafrechts- und Mediengeschichte ab. Der Gerichtsreporter Thomas Knellwolf war von der ersten Stunde an dabei. Er schildert ein allzu menschliches Drama: Es geht um Liebe, Sex und Macht, um Kränkungen, Rache und Sühne. Als Wetterexperte zum Medienstar gehypt, wird Kachelmann erst in einer polizeilichen Geheimoperation verhaftet. Warum verbringt er 131 Tage in Untersuchungshaft? Weshalb streiten sich Gutachter um die Auswertung der Daten? Wie ist der plötzliche Verteidigerwechsel zu erklären? «Die Akte Kachelmann» leuchtet die Hintergründe eines Falles aus, der Millionen Leserinnen und Leser beschäftigt. Anhand von unzähligen Interviews und Gesprächen mit Prozessbeteiligten, Geschäftspartnern, Bekannten und Freunden des TV-Wetterexperten zeichnet Knellwolf ein Leben im Rampenlicht der Öffentlichkeit nach, ohne voyeuristisch zu werden. Erscheint direkt nach der Urteilsverkündigung ca. Ende Mai 2011.

Zum 100. Geburtstag von Max Frisch am 15.5.2011

Frisch, Max: Montauk. Suhrkamp. 2011. Kartoniert. CHF 12.90

‘Montauk’ erschien  erstmals im September 1975 und ist wohl Frischs besonderstes Buch. Zwar waren auch Frischs vorige Figuren oft autobiografisch geprägt, die Geschichten aber fiktiv. In ‘Montauk’ dagegen heißt der Protagonist wie sein Autor, und er berichtet ein authentisches Erlebnis: ein Wochenende, das Frisch mit einer jungen Frau an der amerikanischen Ostküste verbrachte.

Die befristete Liebesaffäre nimmt Frisch zum Anlass für eine Rückschau auf die eigene Biografie. Er berichtet von den Frauen, mit denen er verbunden war, und seinen gescheiterten Beziehungen.  Auch die Entstehung des Textes selbst wird zum Thema : Als Gegenentwurf zum bisherigen Werk beschreibt Frisch seinen Entschluss, das Wochenende zu dokumentieren.

Mancher Leser fühlten sich schon durch die Selbstentblößung Frischs peinlich berührt. Andere Kritiker feierten die Erzählung als das bedeutendste Werk des Autors und lobten die Leistung, das eigene Leben zu einem literarischen Kunstwerk zu verarbeiten. 

(Buchempfehlung von Mitarbeiterin Marah Nägelin) 

V. Weidermann: Max Frisch . Sein Leben. Seine Bücher.

Kiepenheuer&Witsch. Gebunden. CHF 38.90

Am 15. Mai 2011 wird Max Frischs 100. Geburtstag gefeiert. Dies ist das Buch seines Lebens und seiner Bücher.

Volker Weidermann hat sich zu ihm bekannt. “Ich liebe seine Bücher”, schrieb er in “Lichtjahre” über Frisch, und jetzt hat er seine Biographie geschrieben. Die Geschichte eines Jahrhundertlebens und einer ungebrochenen, geheimnisvollen und beglückenden Wirkung.
“Wir kennen Max Frisch, wenn wir seine Bücher kennen. Wir kennen seine Frauen und sein Leben, sein Unglück und sein Glück. Und in Wahrheit kennen wir natürlich nichts.” Weil das so ist, brauchen wir einen, der in seinen Büchern zu Hause ist und sich in sein Leben hineingearbeitet hat. Volker Weidermann hat sich an die Recherche gemacht, Archive durchstöbert, Weggefährten getroffen, Gespräche geführt und vor allem gelesen: die großen Romane, die Theaterstücke, die frühen Texte, die Briefe, die Tagebücher. Und dann geschrieben, voller Zuneigung und doch genau und kritisch, lebendig und anschaulich, so dass sich ein facettenreiches und faszinierendes Bild ergibt.
Es zeigt zunächst einen unsicheren jungen Mann, ohne Geld und Erfolg, unglücklich in seinem Germanistikstudium, aber voller hochfliegender Pläne. Einen Schriftsteller, der schlechte Bücher voll hohlem Pathos schreibt, nationalen Gedanken anhängt – ein geistiger Landesverteidiger am Schreibtisch und in Uniform. Der schließlich Architektur studiert und in diesem Beruf nach kürzester Zeit einen märchenhaften Erfolg feiert, der aber das Schreiben nie sein lässt und über das Theater und seine Freundschaft mit Bertolt Brecht schließlich zu dem extrem modernen, kühnen, Ich-suchenden Weltschriftsteller wird, den wir heute kennen. Von “Bin oder die Reise nach Peking” (1945) führt der Weg über “Stiller”, “Biedermann und die Brandstifter” und “Homo Faber” bis nach “Andorra” und schließlich zu “Montauk” und in den Weltruhm. Es ist das unglaubliche Leben eines vom Erfolg verwöhnten, eines positiv Engagierten, eines großen Liebenden, einestrotz allem mit dem Leben Hadernden – das Leben eines der besten Schriftsteller deutscher Sprache des letzten Jahrhunderts. Und wir sind dabei, in den Büchern und in seinem Leben, bei ihm – dank seines begeisterten Biographen.