Im Gespräch

Anamaria Novak: Feuervogel. Gedichte und lyrische Prosa. A. Novak. 21.00 CHF

                      Einhörner existieren. Fragmente.  Ein rotes Tor.                                                       Kaffehaus-Gespräche. Goldfisch in Milchschokolade. Rosen. Sternenvogel.

                                               BUCHVERNISSAGE:

                        AM 6. MÄRZ UM 20. 00 UHR. HIER BEI UNS! 

                                         HERZLICH WILLKOMMEN!

 

 

Peter Stamm: Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt. S. Fischer Verlag. 28.90 CHF

Das eigene Leben noch einmal erleben. Soll man sich das wünschen?

Christoph verabredet sich in Stockholm mit der viel jüngeren Lena. Er erzählt ihr, dass er vor zwanzig Jahren eine Frau geliebt habe, die ihr ähnlich, ja, die ihr gleich war. Er kennt das Leben, das sie führt, und weiß, was ihr bevorsteht. So beginnt ein beispiellos wahrhaftiges Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart, aus dem keiner unbeschadet herausgehen wird.
Können wir unserem Schicksal entgehen oder müssen wir uns abfinden mit der sanften Gleichgültigkeit der Welt? Peter Stamm, der große Erzähler existentieller menschlicher Erfahrung, erzählt auf kleinstem Raum eine andere Geschichte der unerklärlichen Nähe, die einen von dem trennt, der man früher war.

Dana Grigorcea: Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen. Dörlemann. 23.00

Anna ist Tänzerin. Gut verheiratet lebt sie ein schönes Leben. Dann trifft sie auf Gürkan. An der Seeprome­nade spricht er sie an. Und nichts ist mehr wie zuvor. Die Dame mit dem maghrebinischem Hündchen erzählt von einer ungewöhnlichen Liebe in Zürich, aus dem Herzen einer Gesellschaft, die dem schönen Leben frönen will. In einer hellen, flirrenden Atmosphäre entsteht das Bild einer heterogenen Gesellschaft, in der Exotik und Zugehö­rigkeit sowie die Rolle der Kunst neu ausgehandelt werden. Eine hinreißende Geschichte über die Sehnsucht nach Sinn und Sinnlichkeit und über die Zeiten hinweg eine Hom­mage an Anton Tschechow.

Bernhard Schlink: Olga. Diogenes. 33.00 CHF

Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Größe und Macht verliert. Erst im Scheitern wird er mit der Realität konfrontiert – wie viele seines Volks und seiner Zeit. Die Frau bleibt ihm ihr Leben lang verbunden, in Gedanken, Briefen und einem großen Aufbegehren.

Irvin D. Yalom: Wie man wird, was man ist. BTB. 34.90 CHF

YalomSehr persönliche Erinnerungen, geschrieben mit der Offenheit, die ihn als Psychotherapeuten so besonders und letztlich weltberühmt machten. Irvin D. Yalom widmete sein Leben dem seelischen Leid anderer, in diesem Buch erzählt er von sich und den Umbrüchen, die ihn und seine Arbeit geprägt haben. Er berichtet von der Kindheit in prekären sozialen Verhältnissen, dem Minderwertigkeitsgefühl in jungen Jahren, der frühen Eigenwilligkeit, aber auch von den Kämpfen der verschiedenen psychotherapeutischen Schulen in den 1960er Jahren, den Anfängen der Studentenrevolte, der Menschenrechts- und Frauenbewegung, Drogen und Esoterik, und auch Berühmtheiten wie Viktor Frankl oder Rollo May kommen zu Wort. Entstanden ist so das Portrait eines Mannes, der sein Leben in Gänze ausgekostet und gleichzeitig mit extremen Sinn gefüllt hat – von ausgelassenen Flitterwochen auf dem Motorrad durch Frankreich bis zur therapeutischen Arbeit mit Krebspatienten und dem Reflektieren über den eigenen Tod.

Helmut Kohl. 2 Bände in Schmuckschuber. Heyne. 67.90 CHF

kohlEin Leben für Deutschland und Europa: Helmut Kohl, der am 3. April 2010 seinen 80. Geburtstag feiert, ist ein politischer Solitär in der deutschen und europäischen Nachkriegsgeschichte. Nicht weil er einst jüngster deutscher Ministerpräsident war oder bis heute der am längsten amtierende deutsche Bundeskanzler ist. Sondern weil er entscheidenden Anteil am Zustandekommen der deutschen Einheit und an der europäischen Einigung hat. Die Fotografen Konrad R. Müller und Daniel Biskup haben den Lebensweg des Kanzlers der Einheit und Ehrenbürgers Europas seit Anfang der Siebzigerjahre mit der Kamera begleitet. Ihre eindrucksvollsten Aufnahmen und ein Essay von Henry Kissinger finden zusammen mit persönlichen Anmerkungen von Helmut Kohl Einzug in dieses monumentale, zweibändige Werk, das Geschichte und Gegenwart miteinander verwebt.

Stephan Eicher & Martin Suter: Song Book. Diogenes. 37.00 CHF

 

Eicher

Sie kennen sich seit Jahren und inspirieren sich gegenseitig: der Musiker Stephan Eicher und der Schriftsteller Martin Suter. Mit SONG BOOK erfüllen sich beide einen Herzenswunsch. Der Schriftsteller erweist sich dabei als musikalischer Mundart-Poet, der Chansonnier als feinfühliger Interpret. Entstanden sind Songs von seltener Qualität und tief ergreifender Stimmung. Buch mit CD.

Judith Keller: Die Fragwürdigen. Edition Spoken Script. 24.00 CHF

KelAlles beginnt mit einer fliehenden Kuh. Kaum hat sie Frau Hasler über den Haufen gerannt, hebt sich der Vorhang und die Fragwürdigen betreten einer nach der anderen die Bühne. Jede und jeder ein Unikat, Künstler und Künstlerinnen des Lebens. Eine Frau, die den Zug nicht verlassen will, weil sie sich vor dem Schmutz da draussen fürchtet. Ein Mann, der mit Pralinen nicht umgehen kann. Die für zu leicht befundene Alice und der dicke Marc. Erwin, der nicht versteht, warum nicht alle so sind wie er. Die umsichtige Frau Sägisser und die vielleicht gar nicht so hilfsbereite Frau Siegentaler. Menschen, die ihre Liebe nur spüren, weil sie getrennt sind, Menschen, die nur zusammen sind, weil sie ihre Lügen lieben. Leute mit sprechenden und verschwiegenen Namen. Und natürlich die Polizei! Es herrscht ein wunderbares Durcheinander in diesem Buch. Judith Kellers Prosa gibt all jenen eine Stimme, die sonst in den Wörtlichkeiten hängen bleiben. Manchen genügt ein Kurzauftritt, andere brauchen etwas länger. Immer aber müssen sie durch jene feingeschliffene Sprache hindurch, die ihnen diese Schwyzer Autorin für einen Moment zur Verfügung stellt und sie und uns die Lage erkennen lässt. Ein Buch zum Aufblättern und Darin-Versinken.

Dienstag 17. Oktober 2017: im Literaturhaus Lesung mit: Schweizer Debüts: Judith Keller und Barbara Schibli. Um 19.30 Uhr.

Kazuo Ishiguro; Der begrabene Riese. Blessing. 31.90 CHF

Nobelpreisträger 2017:
ishiguroBritannien im 5. Jahrhundert: Nach erbitterten Kriegen zwischen den Volksstämmen der Briten und Angelsachsen ist das Land verwüstet. Axl und Beatrice sind seit vielen Jahren ein Paar. In ihrem Dorf gelten sie als Außenseiter, und man gibt ihnen deutlich zu verstehen, dass sie eine Belastung für die Gemeinschaft sind. Also verlassen sie ihre Heimat in der Hoffnung, ihren Sohn zu finden, den sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben. Ihre Reise ist voller überraschender Begegnungen und Gefahren, und bald ahnen sie, dass in ihrem Land eine Veränderung heraufzieht, die alles aus dem Gleichgewicht bringen wird, sogar ihre Beziehung.
Ein gewaltiger, intensiver, spannender Roman, der uns mitnimmt auf eine so tiefgründige wie faszinierende Reise. Kazuo Ishiguros unprätentiöser und zugleich betörender Realismus macht ihn zu einem feinsinnigen Meister des Erzählens.

Melinda Nadj Abonji: Schildkrötensalat. Suhrkamp. 28.90 CHF

schildkZoltan Kertesz, blauäugiger Sohn eines »Halbzigeuners« und einer Tagelöhnerin mit ständig wechselnden Liebhabern, ist der Außenseiter in einem kleinen Ort in Serbien. Als Kind ist er dem Vater in voller Fahrt vom Motorrad gefallen, und der Bäcker, dem er die Mehlsäcke nicht schnell genug durch die Backstube schleppte, hat ihm den Kopf blutig geschlagen. Seither hat er das »Schläfenflattern«, sitzt am liebsten in seiner Scheune und löst Kreuzworträtsel. Als 1991 der jugoslawische Bürgerkrieg ausbricht, sehen das die Eltern als Chance für den Sohn: In der Volksarmee soll der »Taugenichts«, der »Idiot« zuerst zum Mann und dann zum Helden werden. Aber Zoltan passt auch dort nicht ins System, stellt die falschen Fragen und die auch noch stotternd. Als sein einziger Freund bei einem Trainingsmarsch in der Folge sinnloser Schleiferei tot zusammenbricht, verweigert sich Zoltan endgültig einer Ordnung, die alle Macht dem Stärkeren zugesteht. Vom sanften Widerstand der Phantasie gegen die Beschränkungen eines Systems, das nur Befehl, Gehorsam und Unterwerfung kennt, erzählt Melinda Nadj Abonji in ihrem Roman Schildkrötensoldat – in einer schwingenden, musikalischen Sprache und in eindringlichen, die Kraft des vogelwilden Denkens beschwörenden Bildern.